Die Kandidat_innen von LAF Jusos GHG und USI zur Problematik der Studiengebühren
Am 6.7.2010 finden in Bamberg die Hochschulwahlen 2010 statt. Die Studierenden sind dabei aufgerufen, ihre Vertreter_innen für Fachschaft, Konvent und Senat zu bestimmen.
Wir Drei kandidieren dabei für die Position des/der studentischen Vertreter_in im Senat.
Wir wollen die erfolgreiche Arbeit in den Gremien der Universität Bamberg fortsetzen, und die Studierendenvertretung weiterhin als kritischen Gegenpol zur Politik der Universitätsleitung verstanden wissen.
Gleich in der ersten Sitzung des Senats wird die Höhe der Studiengebühren neu festgelegt. Die Universitätsleitung will die Senkung der Gebühren im vergangenen Semester dabei gerne als „Ausrutscher“ sehen und wieder weg machen.
Tatsächlich wurde die Entscheidung zur Senkung der Studiengebühren aber in der Logik der Universitätsleitung gefällt. Diese gab zu verstehen, dass es ihr „egal sei, woher das Geld kommt“. Das bedeutet, dass die Argumente der sozialen Gerechtigkeit, hier der Bildungsgerechtigkeit für sie nicht von Belang sind. Vielmehr buckelt mensch nach oben und tritt nach unten, und holte sich das Geld halt da, wo es leichter hergeht. Eine Änderung der Studienbeitragssatzung ist auf jeden Fall leichter zu erreichen als eine Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes, oder eine signifikante Erhöhung der Haushaltsmittel für das Wissenschaftsministerium.
Doch auch der Senat blieb dieser Logik verhaftet. So lag der Entscheidung kein Abwägen über Zugangshürden zur Hochschulbildung zugrunde, sondern vielmehr die Frage des verwaltungstechnisch möglichen. Da die Ausgaben durch lediglich 400€ gedeckt werden können, werden die Gebühren eben gesenkt. Und vielleicht sind die gesenkten Gebühren ja ein Faktor, der bei Studienanfängern für Bamberg als Studienort spricht.
Wohin dies führt ist in diesen Tagen zu sehen. Lehrstühle erhalten Post von ihrer/m Denkan_in, in der sich dazu aufgefordert werden, doch bitte noch eine Wunschliste aufzustellen, um einen möglichen Überschuss am Semesterende entgegenzusteuern.
Dies ist nicht verkehrt. Tatsächlich fehlt sogar ein Vielfaches mehr an Geld, um einen guten Universitätsbetrieb zu gewährleisten. Jedoch, und das ist unsere Meinung, sind Studiengebühren der falsche Weg, den universitären Betrieb am Laufen zu halten
Wir sind gegen Studiengebühren, da sie einen freien Zugang zu Bildung verwehren und für eine Bedeutungsverschiebung hin zur Berufsqualifizierung statt Erkenntnisgewinn als Ziel eines Studiums, und somit gegen unser Verständnis von Bildung und Wissenschaft stehen.
Simon, Lydia und Sören